Unternehmensfinanzierung 2013

Handlungsempfehlungen

Die Konjunktur hat sich in den letzten Jahren in Deutschland deutlich erholt. Gleichzeitig haben sich auch die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen wieder verbessert. Allerdings herrscht aber auch jetzt wieder große Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung des Finanzierungsumfeldes.

Nicht zuletzt angesichts der Unsicherheiten um die Zahlungsfähigkeit bzw. Schuldenschnitte einiger europäischer Staaten ist der Bankensektor derzeit wieder massiv unter Druck geraten. Anhand der Zahlen der Europäischen Zentralbank ist zu beobachten, dass sich die Banken momentan in immensem Umfang Geld von der EZB leihen. Aus Angst vor Risiken verleihen sie die Milliardensummen jedoch nicht an Unternehmen, die damit Investitionen finanzieren, sondern legen das Geld lieber bei der EZB an. Damit bauen sie eine milliardenschwere „Angstkasse“ auf. Eine weitere Verschärfung dieser Situation wird sich sehr schnell negativ auf die Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung auswirken.

Zudem wirft die Einführung strengerer Eigenkapital- und Liquiditätsstandards (Basel III) seine Schatten voraus. Obwohl manche Banken in Erwartung der angekündigten Veränderungen bereits Maßnahmen zur Erhöhung ihrer Kapitalquoten eingeleitet haben, stellen die neuen Vorgaben trotz Gewährung von langfristigen Einführungs- und Übergangsfristen eine erhebliche Herausforderung dar: Banken werden überprüfen müssen, welche ihrer Geschäfte unter Eigenkapitalkosten- und Rentabilitätsgesichtspunkten künftig noch attraktiv sind.

Da die Unternehmensfinanzierung mittlerweile zu einem erstzunehmenden Unternehmensrisiko geworden ist, ist vorausschauendes Handeln unabdingbar. Genau wie in anderen Unternehmensbereichen sollte auch dieser Aspekt aktiv geplant und betrieben werden. Einige grundlegende Handlungsempfehlungen haben wir nachstehend aufgeführt:

  • Abhängigkeiten von Banken reduzieren (insb. im Bereich von kurzfristig kündbaren oder auslaufenden Verträgen, z.B. Kontokorrentkredite), z.B. durch mittel-/langfristige Umfinanzierung von Sockelinanspruchnahmen
  • Vertragsverhandlungen für Neukredite oder Prolongationen frühzeitig führen, um gegebenenfalls rechtzeitig nach Alternativen suchen zu können
  • Erhöhung der Eigenkapitalquote im Unternehmen (z.B. durch Gewinnthesaurierung, Zuführung neuen Eigenkapitals, Finanzierung über Beteiligungskapital, Mezzanine-Kapital, Genussscheinkapital)
  • Nutzung alternativer Finanzierungsformen (Leasing, Factoring, Mitarbeiterkapitalbeteiligungen, Mittelstandsanleihen, etc.)
  • Ratingoptimierung, u.a. durch gezielte Bilanzierung
  • Optimierung / Professionalisierung der Banken-/Investorenkommunikation, ggfs. mit externer Hilfe

Gern sind wir Ihnen bei der Optimierung Ihrer Finanzierungsstrukturen behilflich oder übernehmen bei Bedarf auch die Kommunikation mit Ihren Banken und Geldgebern.